Willkommen auf den Seiten zum Film „Die Siedler am Arsch der Welt“
Auszeichnungen, die der Film „Die Siedler“ erhalten hat:

15.Mai 2004 – Förderpreis Dokumentarfilm des FilmFernsehFonds (FFF) Bayern
24. Oktober 2004 – Lobende Erwähnung auf dem 47. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm

Diese Seiten wurden von der Lebensgemeinschaft Klein Jasedow eingerichtet. Nachdem der Film „Die Siedler“ von Claus Strigel, der am 18. August 2004 im Nachtprogramm der ARD erstmals ausgestrahlt wurde, eine für uns überwältigende Resonanz gefunden hat und inzwischen mehrere Male im Fernsehen wiederholt und in öffentlichen Kinos gezeigt wurde, haben wir uns entschieden, das Umfeld und die Hintergründe auf diesen Seiten zu dokumentieren. Es wurde deutlich, dass der Film Fragen aufwirft, die ursprünglich so nicht intendiert waren. Der Film ist in erster Linie ein Porträt unserer Lebensgemeinschaft geworden, und er ist keine Reportage über den lokalen Konflikt, den ein kleiner Personenkreis aus der Gemeinde Pulow, zu der Klein Jasedow gehört, künstlich am Leben erhält. Gerade dazu aber wollten viele Zuschauerinnen und Zuschauer mehr wissen, zum Teil, weil sie Ähnliches erlebt haben oder erleben, zum Teil, weil sie es nicht fassen und glauben können, zum Teil, weil sie ernsthaft über mögliche Lösungen mitdenken möchten. Darum scheint uns hier der richtige Ort, Zugang zu relevanten Informationen zu schaffen, die ein Verständnis dieser nicht nur auf unsere Region beschränkten Problematik ermöglichen können.

Wir tun das also deshalb, weil wir meinen, dass dieses Beispiel ein weing dazu beitragen kann, zu lernen und zu verstehen, welche Lebenswirklichkeiten den deutschen Einigungsprozess fördern oder hindern. Aber auch darüber hinaus ist unsere Geschichte ein Lehrstück für alle, die mit gutem Willen in Neuland – wo immer dieses liegen mag – aufbrechen: Es ist immer schon jemand vor dir dagewesen, und es ist unvorhersagbar, was dein Kommen im anderen auslöst. Wer sich nicht zutraut, auszuhalten, dass er über Jahre missverstanden wird, dass er für Fehler bezahlt, die er in bestem Wollen begeht, weil er die fremde Sprache nicht versteht (selbst wenn sie Deutsch ist), dass er als Fremder für alles haftbar gemacht wird, was das einheimische Leben von außen bedrängt, der sollte nicht aufbrechen.

Weiter gedacht, stimmt der Titel des Films aber nicht: Wir sind keine „Siedler“, die in den Osten aufgebrochen sind wie weiland die Glücksucher nach Amerika. Wir sind nicht in fremde Lande eingebrochen und haben indigenen Stämmen die Lebensgrundlage streitig gemacht. Wir haben keinen Glauben im Gepäck gehabt, mit dem wir „weniger Entwickelte“ missionieren wollten. Wir sind keine Kolonisten, die auszubeutende Ressourcen für unser eigenes Wohlergehen gesucht haben.

Wir haben nur unseren Wohnort gewechselt, so wie dies die Mehrheit der mitteleuropäischen Bevölkerung wenigstens einmal in ihrem Leben tut. Dass aus diesem eigentlich ganz normalen Umzug eine Geschichte wurde, die in Claus Strigels Film an einen Western erinnert, hat mit anderen Faktoren zu tun: Mit unserer Art zu leben, zu denken und zu arbeiten, mit unseren politischen Wurzeln, mit dem historischen Moment und der besonderen Situation in der Region, in die wir umgezogen sind, und natürlich auch mit dem besonderen Blickwinkel, den der Regisseur und Filmemacher diesem allen gegenüber eingenommen hat.

Diese Seiten werden sich bei Gelegenheit weiter mit Information füllen. Schauen Sie doch immer wieder mal herein.